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Welches Schuhwerk brauche ich für anspruchsvollen Tagestouren in den Alpen?

 

Die richtigen Schuhe in den Alpen

Die alten Wanderstiefel haben mich über 30 Jahre auf vielen Bergtouren in den Alpen begleitet. Dreimal wurden sie besohlt, das letzte Mal vor 8 Jahren in Bad Wiessee, als nach der Wanderung von Lenggries über den Fockenstein kurz vor Bad Wiessee die linke Sohle abfiel. Der Schuhmacher freute sich über die guten alten Lederstiefel: „Das lohnt sich noch immer“. Zwei Tage später beim Aufstieg auf den Wallberg waren sie wieder dabei.

Jetzt ist das Oberleder an einigen Stellen von den vielen Klettertouren dünn geworden, da hilft nichts mehr, es heißt Abschied nehmen von den guten alten Bergkameraden.

Was kommt jetzt?

Im Herbst ist Wandern in Vorarlberg mit den beiden dreizehn- und fünfzehnjährigen Enkeln geplant. Beide brauchen auch neue Schuhe, sie wachsen so schnell aus den Schuhen heraus. In den vergangenen Jahren haben wir es immer wieder erlebt, dass auf den Gipfeln schon Schnee war. Die Schuhe müssen also auch dafür geeignet sein.

Zwei Wochen Bergwandern im Herbst bedeutet für uns ein allmähliches Akklimatisieren an die Höhe und ebenso ein allmähliches Steigern des Schwierigkeitsgrades, schon am ersten Tag Touren „nur für Geübte oder mit Bergführer“ zu unternehmen kann schnell zu Unfällen wegen mangelnder Kondition führen. Für die richtigen Schuhe dazu gibt es verschiedene Wahlmöglichkeiten.

Die ersten Tagestouren werden uns zum Teil über Wege, Bergwiesen, durch Wälder und auch schon über steinige Untergründe führen. Hierzu sind Schuhe mit einem geringen Gewicht angemessen, wir müssen uns ja wieder an die Berge gewöhnen. Ein leichter Outdoorschuh reicht dazu, knöchelhohe Wanderschuhe aus leichtem aber festem Material können die bessere Wahl sein, wasserfest müssen sie auf jeden Fall sein, Bergwiesen sind vormittags noch feucht und mit feuchten Füssen den ganzen Tag zu wandern ist unangenehm und kann schnell zu Blasen führen. Goretex hat sich dazu als Innenfutter seit Jahren bewährt. Weiterhin muss der Fuß gut unterstützt und das Gehen erleichtert werden. Vor dem Kauf ist der Schuh anzuprobieren und ausgiebig zu testen. Wichtig ist auch ein Preisvergleich, es gibt für den gleichen Schuh zuweilen sehr große Preisunterschiede.

Nach ein paar Tagen haben wir uns schon etwas an die Berge gewöhnt, die Touren können anspruchsvoller werden, eine höhere Trittsicherheit ist jetzt erforderlich. Ein guter Treckingschuh ist hier die beste Wahl, das Angebot ist groß und die Wahl fällt schwer. Das Obermaterial soll vor Feuchtigkeit und Kälte schützen. Geöltes Nubukleder, das dazu noch Silikon – imprägniert ist, ist eine sehr gute Wahl. Ein solcher Schuh kommt meinen alten Dachstein Stiefeln im Laufkomfort recht nahe, nur dass er erheblich leichter ist.

Für die letzten Tage sind Tagestouren vorgesehen, bei denen steile Grate zu überqueren sind, Schneefelder mit Steigungen von über 100% werden begangen und ab und zu geht es ein Stück am Seil. Hier sind richtige Bergstiefel angemessen, von denen es eine große Auswahl gibt. Auch hier ist bei höchstem Komfort das Gewicht im Laufe der Jahre immer geringer geworden.

Hier findet man die passenden Trekkingschuhe von Timberland, AKU, Mammut, Columbia, usw..

Wie pflegt man seinen Wanderstiefel aus Leder?

 

Um beim Wandern in freier Natur den richtigen Halt zu haben, ist es von großer Bedeutung geeignete Wanderstiefel zu tragen. Und damit diese auch für viele Wanderungen halten, ist es wichtig sie regelmäßig zu pflegen. Da die Stiefel einer großen Belastung unterliegen, reichen normale Schuhpflegemittel oft nicht aus.

Besonders wichtig bei der Pflege ist die Imprägnierung, weswegen das Schuhwerk regelmäßig nachimprägniert werden sollte. Die Imprägnierung verhindert, dass das Leder wasserdurchlässig wird und man somit nasse Füsse bekommen kann. Ein gutes Erkennungszeichen, ob ihr Stiefel nachimprägniert werden muss, ist, ob das Wasser von dem Schuh abperlt. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, muss der Schuh nachimprägniert werden. Solte der Schuh doch einmal von innen nass sein, dann sollte man den Stiefel mit Zeitung ausstopfen und so die Zeitung das Wasser aufsaugen lassen. Nach einem Tag kann man die Zeitung dann wieder herausnehmen und den Stiefel benutzen.

Ist das Leder sehr trocken und spröde und bietet somit nicht mehr den gewohnten Tragekomfort, kann man es mit Einfettung wieder weich machen. Dabei muss man jedoch darauf achten, dass man das Leder nicht überfettet, das heißt zu viel Fett auf das Leder reiben. Denn dies würde zu einer Senkung der Atumungsaktivität der Stiefel führen. Eine leichte Einfettung hingegen verlängert die Lebensdauer deutlich. Bei der Einfettung reibt man einfach den Schuh mit dem Pflegemittel ein und lässt es ein paar Stunden einziehen. Danach ist der Unterschied deutlich zu erkennen, denn der Schuh glänzt nun wieder mehr und ist nicht mehr spröde beziehungsweise trocken.

Zur allgemeinen Pflege von Wanderstiefeln kann man sagen, dass es nützlich ist sie nach jeder Wanderung grob zu putzen. Das heißt die Sohle von Dreck zu befreien und wenn nötig diese eventuell einmal mit einen feuchten Tuch zu überputzen.

Auch die Schnürsenkel kann man pflegen, indem man sie bei Verschmutzung von dem Schuh abmacht und einmal in die Waschmaschine steckt. Danach sehen sie wieder besser und sauberer aus. Wenn sie allerdings beim Wandern reißen oder ausfransen, dann lohnt es sich neue Schnürsenkel zu kaufen. Dabei sollte man besonders auf die richtige Länge und Farbe achten, damit sie gut zu dem Stiefel passen.

Diese Pflege lässt die Wanderstiefel auch nach mehreren Jahren noch wie neu aussehen und so wird einem der Spaß am Wandern in der Natur nie vergehen.